Verein zur Förderung des Betreuungshofes Rottmoos e.V.

Konzertkritik und Bilder vom Konzert  

Zum Konzert "Klassik trifft Klassiker" schreibt das Oberbayerische Volksblatt am 25. Februar 2014 in der Rubrik "Kultur in der Region":

Solidarität mit den Gehörlosen

Benefizkonzert in Wasserburg zugunsten des Betreuungshofes Rottmoos
von Robert Engl

Ein voller Rathaussaal in Wasserburg beim Benefizkonzert zugunsten des Fördervereins für den Betreuungshof Rottmoos für Hör-und Sprachgeschädigte: Spiegelte sich hier die Solidarität mit einer Einrichtung für Gehörlose, die vor den Toren von Wasserburg ihr Zuhause hat, oder hatte man auch die Künstler im Sinn, die Doris Müller und Karlheinz Haider vom Förderverein und der Leiter der Einrichtung Franz Turzin zu diesem Zweck ausersehen hatten? Ein Benefizkonzert muß finanziellen Erfolg haben, und so sollte das Angebot auch Vielfalt zeigen, auf jeden Fall breitere Massen ansprechen, um besondere Vorhaben für die Ausstattung des Betreuungshofes voranbringen zu können.

2014-03-10 Konzert 2Der Name einer Klaviersolistin wie Eva Barbarino, musikalisches Aushängeschild für Mühldorfs Kulturleben, war allemal sinnvoll für den angestrebten Zweck; dann ein kleines Familienunternehmen im Gitarrenmetier wie Großvater und Enkel Rupert und Johannes Hofmann aus Haag - gleichsam Musik aus dem Volke; aber richtig auf die Pauke zu hauen mit Stimmgewalt, Gitarrenchor und Verstärker, dies war der im Ebersberger Raum bekannten Band „Mardi Gras" vorbehalten. Damit war aber auch gewisse akustische Dominanz unvermeidlich.2014-03-10 Konzert 3
Gerne hat man als an Klassik gewohnter Zuhörer solches in Kauf genommen, denn diese Band praktiziert nicht nur Stimmungsmache bekannter Art, sondern verkörpert solideste Qualität, Routine - und Identifikation mit der Aufgabe, zu erfreuen. Wenn es den vier Musikern gelang, die Zuhörer zum Mitmachen anzuregen, und diese ganz leise mitsummten, so sprach dies für die Differenziertheit des musikalischen Ansatzes der Musikgruppe. „Mardi Gras" war das Logo für die Welt der Südstaaten um New Orleans, im Allgemeinen also für klassische Oldtimer, wozu auch Beiträge aus dem Beatlesmilieu gehörten. 2014-03-10 Konzert 4Man sang zuweilen ohne Instrumente a capella, voller Rhythmus und Perfektion - und wenn das Mikrofon unverzichtbar für einen großen Saal war, so könnte man sich die Musik von „Mardi Gras" in kleinerem Umfeld auch lebhaft ohne akustische Hilfe vorstellen.
Respektvoll überließen die vier Routiniers dem dezent agierenden Gitarrenduo aus Opa und Enkel den Vortritt, und ihre anerkennenden Gesten waren verdient: Wie „staade Musik" wirkte das Spiel der beiden in zuweilen wohltuendem Gegensatz. Der Johannes Hofmann schien seine ganz eigenständige Tonsprache auf der Bühne erst gleichsam zu erfinden. Wie die Musik in „Bergauf, bergab" bei Michael Pauses TV-Sendung klang das: beschaulich und einfach liebenswert!
Auf ganz andere Weise hob sich Eva Barbarinos Klavierspiel vom Übrigen ab: Wie in2014-03-10 Konzert 6 großem Gesang ließ sie in Mendelssohns „Lied ohne Worte" ihre rechte Hand über die Tasten gleiten, und solch singende Spielweise setzte sich fort bei Liszt, Chopin und Gershwin - wobei sie „I got Rhythm" zuletzt vehement hinzufetzen verstand!
Eine Zugabe mit Philipp Emanuel Bach - und man staune, wie auch diese subtile Klassik „fetzte"! - aber dann röhrte „Mardi Gras" aus dem Lautsprecher. Die mitreißende Gestik der Vier kannte keine Grenzen mehr und riss zuletzt auch die anderen Musiker zum Mitzuspielen hin.

Doch das „Schlusswort" durften Opa und Enkel Hofmann 2014-03-10 Konzert 1behalten, mit einem Blues - und ganz dezentem Verstärker. Wie schön, diese Solidarität der Musiker auf der Bühne - und ein Spiegel für die Solidarität der Bürger mit Rottmoos!

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Alle Bilder kommen von Carl Teine, Forstinning