Verein zur Förderung des Betreuungshofes Rottmoos e.V.

 

Ein Wasserburger Urgestein: Konrad Reisböck

 

Durch die Linse eines Urgesteins

Wer, in und um Wasserburg, kennt ihn nicht? Den „Peng Lauskonni!"

Konrad Reisböck Foto von Carl Teine 
 Foto: Carl Teine

Konrad Reisböck ist ein echtes Wasserburger Urgestein. Er ist 88 Jahre alt, schwerhörig und lebt seit über 60 Jahren im Betreuungshof Rottmoos.

Am 28.11.1931 wurde er in Atzing bei Prien geboren und wuchs in Wildenwart  bei einer Pflegefamilie auf. Er besuchte die Gehörlosenschule in München und später in Murnau am Staffelsee.
In seinen jungen Jahren arbeitete er in einer Glaserei in Grassau sowie als Schuhmacherhelfer in München.
Im November 1955 kam er schließlich als einer der ersten Bewohner an den Betreuungshof Rottmoos, eine Einrichtung für hör-und sprachgeschädigte Menschen am Wasserburger Stadtrand.

1956 bis 1995  arbeitete er in den Werkstätten von Gabersee als „Spitzenglaser“. Im Mai 1999 bezog er eine vom Betreuungshof Rottmoos angemietete  kleine Wohnung im Ortsteil Gabersee. Dort meisterte er seinen Alltag weitgehend selbstständig; unterstützt wurde er vom  Betreuungshof  Rottmoos.
Seit sechs Jahren wohnt Konrad nun wieder im Betreuungshof Rottmoos.

Konrad lebt für die Blasmusik. Die Wasserburger Stadtkapelle hat ihn schon längst zum „Edelfan“ erklärt – kein Wunder, denn bei jedem Auftritt in und um Wasserburg ist Konrad mitten drin statt nur dabei, stets bewaffnet mit seinem Dirigentenstab. Die gängigen Märsche kennt er im Schlaf und so sitzt auch im hohen Alter noch jede Handbewegung mit dem Taktstock.

Auf seinem Briefkopf betitelt sich Konrad selbst als  „Generalmusikdirigentenmeister und Hoffotograf“, denn auch die Fotografie zählt schon sein ganzes Leben  zu seiner zweiten großen Leidenschaft.   Bereits in den 50er Jahren leistete sich Konrad eine teure Nikon Analog-Kamera, die Jahrzehnte lang zu  seinem treuen Begleiter wurde. Hunderte Aufnahmen hat er - feinsäuberlich beschriftet und eingeklebt in dutzenden Alben.

Besondere Fotoschätze entstanden in den Jahren 1950 – 1980.  Die Motive, mit denen es Konrad gelang, eine nun längst vergangene Zeit einzufangen, zeigen seine größte Liebe: Die Stadt Wasserburg. Eine Auswahl finden Sie im Kalender " Wasserburg in alten Ansichten 2020".